Mittwoch, 15. September 2010

Eine Schweigeminute...

... für meine türkise Lieblingsbluse, die heute brutal von mehreren Autos zusammengefahren wurde, nachdem sie vom Wäscheständer in die Garageneinfahrt gefallen war. Sie konnte nur mehr zerfetzt geborgen werden.

Und was lernen wir daraus?

1. Vertraue niemals einem Wäscheständer, der an der Hauswand über der Garageneinfahrt angebracht ist.
2. Verwechsle niemals tendedero und tenedor, um Aussagen wie "Verdammt, die Wäsche ist mir von der Gabel gefallen" künftig zu vermeiden und den Ernst der Lage angemessen zum Ausdruck bringen zu können.

Anmerkung:
tendedero = Wäscheständer, tenedor = Gabel

Samstag, 11. September 2010

Noche en Blanco in Madrid

Also langweilig war mir hier bis jetzt definitiv nicht. Eine kurze Zusammenfassung des Abendprogramms der letzten Woche: Montag - Erasmusfeier, Dienstag - Tapas essen mit einer Bekannten, Mittwoch - Treffen mit meiner Tutorin, Donnerstag - Erasmusfeier, Freitag - Salsa tanzen, Samstag - Noche en Blanco, Sonntag (voraussichtlich) - SCHLAFEN!
Die Noche en Blanco, von der ich gerade zurückgekommen bin (03:47 Uhr), ist vergleichbar mit der Langen Nacht der Museen, umfasst aber auch Konzerte und alle möglichen anderen kulturellen Events. Die Idee an sich ist gut, allerdings sind dermaßen viele Leute unterwegs (siehe Fotos), dass man die restlos überfüllten Museen sowieso vergessen kann und von den übrigen Events auch nicht viel mitbekommt. Nichtsdestotrotz hatte ich einen sehr netten Abend, weil ich es endlich mal geschafft habe, mit einer Gruppe von Spaniern unterwegs zu sein und mich an ihren Unterhaltungen zu beteiligen. Während ich bis jetzt eher das Gefühl hatte, in größeren Gruppen ignoriert zu werden, haben die Leute, mit denen ich heute unterwegs war, Interesse an mir gezeigt und mich aktiv in ihre Gespräche miteinbezogen. Und das war mir viel mehr wert, als die diversen Spektakel auf Madrids Straßen.

Bitte anklicken:

Noche en Blanco

Nachdem mir schon mehrere Leute erzählt haben, dass sie hier bestohlen worden sind, wollte ich meine Kamera gestern nicht zu so einem Riesenevent wie der Noche en Blanco mitnehmen. Die Fotos stammen von zwei Erasmus Kolleginnen, mit denen ich gestern Nachmittag nach Madrid gefahren bin.

Dienstag, 7. September 2010

Nur keine Hemmungen

Die Spanier haben einen teilweise sehr eigenwilligen Wortschatz. Gestern hat uns eine unserer Professorinnen z.B. den Auftrag gegeben, Ausdrücke mit dem Wort cojones (umgangssprachlich für "Hoden") zu suchen und es ist unglaublich, wie oft die Spanier dieses Wort verwenden und wofür. So heißt es hier z.B. nicht "Das interessiert mich einen Dreck", sondern "Das interessiert mich drei Hoden", statt "Ich bin fix und fertig" sagen sie "Ich habe quadratische Hoden" und "Es ist schweinekalt heute" heißt hier "Es hat eine Hodenkälte". (Und das ist erst ein winzig kleiner Bruchteil von Anwendungen des Wortes cojones.)
Kein Wunder also, dass mein Sprachlernpartner vom letzten Semester in Österreich einmal ziemlich ins Fettnäpfchen getreten ist, als er einen derartigen Ausdruck direkt vom Spanischen ins Deutsche übersetzt hat. Die Spanier scheinen in dieser Hinsicht viel weniger Hemmungen zu haben als wir und wer sich hier in einer umgangssprachlichen Unterhaltung behaupten will, muss sich dieser Einstellung wohl anpassen. Sehr gewöhnungsbedürftig...

Montag, 6. September 2010

Spanischkurs und Erasmus-Party

Heute war die erste Einheit des Sprachkurses. Die Professorinnen wirken nett, der Unterricht war auch ok, aber leider sind 3/4 der Kursteilnehmer deutschsprachig. Interessanterweise waren die vertretenen Nationalitäten schön säuberlich in kleinen Grüppchen angeordnet- Engländerin neben Engländerin, Franzose neben Französin, Portugiese neben Portugiesin... und dann der großer Haufen Deutscher/Österreicher/Schweizer (die natürlich auch fleißig Deutsch geredet haben). Jedenfalls war ich ziemlich enttäuscht und als die deutschen Mädls angekündigt haben, zu einer Erasmus-Party zu gehen wollte ich erst gar nicht mit. Aber aus Neugierde hab ich mich ihnen dann doch angeschlossen und hatte im Endeffekt tatsächlich Spaß. Ich hab eine Menge Leute kennen gelernt und mich (je nach Sprachkenntnissen und Alkoholspiegel der Gesprächspartner) in einem schrägen Mischmasch aus Deutsch, Englisch und Spanisch gut unterhalten. Es ist also zum Glück nicht nur bei Deutsch geblieben - immerhin etwas.
Fazit: Muss ich nicht jeden Abend haben, aber es war auf jeden Fall lustig.

Sonntag, 5. September 2010

Saturday Night in Alcalá

Gestern hab ich beim Flanieren durch die Stadt noch ein paar Fotos gemacht:
Alcalá 2
Am Abend war ich mit meiner Mitbewohnerin und einer Freundin von ihr aus, zuerst Tapas essen (d.h. man bestellt Getränke und bekommt die Tapas gratis dazu - sehr angenehme Möglichkeit zu Abend zu essen :-) und dann Salsa tanzen. Wie in Graz auch scheint die Salsaszene hier überschaubar zu sein - man kennt einander. Nachdem meine Mitbewohnerin seit einem knappen Jahr in dieser Szene unterwegs ist, hab ich gleich eine Menge Tipps bekommen, mit wem ich unbedingt tanzen soll und bei welchen der Männer ich aufpassen muss. Es hat wirklich Spaß gemacht und ich glaube, ich werd mich dort in Zukunft öfter mal blicken lassen.

Morgen beginnt der zweiwöchige Spanischkurs, an dem wir Erasmusstudenten gratis teilnehmen können. Ich bin schon sehr gespannt auf den Unterricht und die Leute...

Mittwoch, 1. September 2010

Neue Wohnung

4 Tage, 19 (!!) Wohnungsbesichtigungen und unzählige Telefonate später habe ich die Zusage für meine Wunschwohnung bekommen und freue mich sehr darüber. Ich werde mit einer jungen Frau zusammenwohnen, die aus Rumänien kommt, aber schon mehrere Jahre in Spanien lebt. Sie hat Spanisch und Englisch studiert und unterrichtet hier Englisch. Sie wirkt sehr nett und dass sie perfekt Spanisch spricht ist natürlich umso besser für mich :-)

Hier Bilder von der Wohnung (sie stammen aus ihrer Annonce) - bitte anklicken:

Mi piso nuevo


Fazit: Die Wohnungssuche war anstrengend, aber 1. spannend - immerhin hab ich jetzt echt Wohnungen jeder Art gesehen - und 2. hat sie mir definitiv die Angst davor genommen, auf Spanisch zu telefonieren :-)

Sprachliche Fettnäpfchen

Langsam gewöhne ich mich dran, Spanisch zu sprechen - nichtsdestotrotz hat die spanische Sprache so ihre Tücken. Was beim Schreiben kein Problem ist, geht beim Sprechen plötzlich nicht mehr und so produziere ich bisweilen so tolle Aussagen wie "Um Eiswein herzustellen, muss man die Fingernägel später ernten", "Der Strand war voller Beine", "Diese Pfote gefällt mir sehr" oder "Ich habe es mit eigenen Ohren gesehen".

Anmerkung:
uñas = Fingernägel, uvas = Weintrauben
piernas = Beine, piedras = Steine
pata = Pfote, patrón = Muster
orejas = Ohren, ojos = Augen